Motivation alleine hilft auch nicht Hinterlassen Sie einen Kommentar

Auch heute noch gibt es in den Führungsetagen gängige Formulierungen wie:

  • Die Hälfte der Mitarbeiter hat offenbar Alzheimer und auch die andere Hälfte hat das Denken verlernt.

So oder ähnlich sprechen Führungskräfte über ihre Mitarbeiter und Kollegen, wenn sie deren Leistung beschreiben. Darüber hinaus existieren Aussagen von Führungskräften über ihre Mitarbeiter wie:

  • Er erfüllt einfach seine KPI´s nicht.
  • Er erfüllt einfach seine Vorgaben nicht.
  • Er macht immer die gleichen Fehler.
  • Er hält sich nicht an Vorgaben.
  • Habe es dem Mitarbeiter schon 10 mal gesagt.

Das heißt in Summe, dass Führungskräfte die Leistung ihrer Mitarbeiter reklamieren, weil diese nicht das machen, was die Führungskraft bzw. das Unternehmen von ihnen erwartet.

In der allgemeinen Literatur zu Management und Führung wird Leistung mit der Formel

Leistung = Bereitschaft x Fähigkeit x Möglichkeit

beschrieben. Und genau darum geht es wenn Mitarbeiter ihre Leistungen nicht erbringen. Es geht nicht immer nur um die Bereitschaft bzw. das Wollen oder, allgemeingesprochen, um die Motivation des Mitarbeiters. Es geht vor allem auch um seine Fähigkeiten und seine Rahmenbedingungen.

Provokant gesprochen: Wer ist für die Leistung des Mitarbeiters verantwortlich. Der Mitarbeiter selbst oder die Führungskraft?

Wenn ein Mitarbeiter seine Leistung nicht erbringt, kann es dafür unterschiedliche Gründe haben. Aus meiner Sicht ist der Mitarbeiter alleine verantwortlich für seine Leistungsbereitschaft, d.h. für seine Motivation. Wenn es aber um Leistungsfähigkeit und Leistungsmöglichkeit geht, kann diese in einem hohen Maße von der Führungskraft bzw. dem Unternehmen gesteuert und beeinflusst werden.

Nur die Motivation von Mitarbeitern zu reklamieren ist zu einfach

Nur die Motivation von Mitarbeitern zu reklamieren ist häufig ein Zeichen von mangelnder Führungskompetenz bzw. Führungserfahrung. Nur wenn wirklich sichergestellt ist, dass die Fähigkeit des Mitarbeiters vorhanden sind und auch die Rahmenbedingungen passend sind, kann ein Motivationsproblem vorliegen.

Um zu prüfen, warum ein Mitarbeiter seine Leistung nicht erbringt, hilft Ihnen die nachfolgende Checkliste. Wichtig dabei ist, dass die Reihenfolge der Überprüfung eingehalten wird.

  1. Hat der Mitarbeiter die richtigen Rahmenbedingungen, d.h.
    1. Die Prozesse und Abläufe im Unternehmen sind stimmig und sinnvoll.
    2. Verantwortungsbereiche sind klar definiert und werden auch durch die Führungskraft eingehalten.
    3. Mitarbeiter werden durch die Rahmenbedingungen ermutigt Verantwortung zu übernehmen und unternehmerisch zu handeln.
  2. Weiß der Mitarbeiter immer, was schiefgelaufen ist und warum?
    Die Klärung beider Punkte ist wichtig. Denn, wenn der Mitarbeiter nicht genau weiß, was schiefgelaufen ist, kann er sein Verhalten auch nicht ändern.
  3. Kann der Mitarbeiter fachlich die ihm übertragenden Aufgaben bewältigen?
    Dazu gehören rein fachliche Themenbereiche, aber auch soziale Komponenten und im Verkauf vor allem auch seine gesamte verkäuferische Kompetenz.
  4. Wenn die Punkte 1 bis 3 definitiv ausgeschlossen werden können, dann können Sie sicher sein, dass der Mitarbeiter ein Motivationsproblem hat.

Gehen Sie daher kritisch bei der Beurteilung Ihrer Mitarbeiter vor.

Wenn wir der Gallup Studie folgen, haben nur ca. 15% der Mitarbeiter ein Motivationsproblem. Es sind viel häufiger die Rahmenbedingungen oder die Fähigkeiten der Mitarbeiter, die sie daran hindern, ihre Leistung zu erbringen.

Es ist nie zu spät seinen Blickwinkel anzupassen und zu verändern.

Weitere Tipps für eine erfolgreiche Führung finden Sie im neu erschienenen Standardwerk von Martin Limbeck: LIMBECK. VERTRIEBSFÜHRUNG.

In dem Sinne und beste Grüße – mit Motivation, die bleibt

Rolf Bielinski

Über Rolf Bielinski

Bei Rolf Bielinski profitieren Sie von seiner über 20-jährigen Berufspraxis als Verkäufer und Manager in der Dienstleistungs- und Investitionsgüterindustrie. Besonders seine fundierten Praxiserfahrungen beim Auf- und Ausbau von Verkaufsstrukturen werden von seinen Kunden sehr geschätzt. Heute vermittelt er seine Erfahrung beim Martin Limbeck Training Group. Hier geht es zum Trainerprofil von Rolf Bielinski.

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