Giftige Kollegen: Trittbrettfahrer im Team entlarven Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wir kennen Sie schon aus unserer Schulzeit: Personen, die sich hinter der Arbeit der Gruppe verstecken. Für sie bedeutet TEAM: „Toll Ein Anderer Machts!“ Sie verschwinden in der Masse und heimsen das Lob ein. Ohne tatsächlich Leistung erbracht zu haben. Und diese Personen gibt es immer noch: Mitarbeiter und Arbeitskollegen, die sich im Strom der Kollegen treiben lassen.

Es sprechen eben doch nicht alle über die große Karriere und „High Performance“. Während Sie sich ständig weiterbilden wollen, gibt es auch Personen, die keine Ambitionen haben. Die nicht einmal Dienst nach Vorschrift machen.

Auswirkungen auf das Team

Ein Team kann nur dann Höchstleistungen bringen, wenn alle aktiv mitarbeiten. Ein Trittbrettfahrer, der seinen Schreibtisch nur als Armablage benutzt, kann die Stimmung im Team merklich herunterziehen, denn die anderen Teammitglieder müssen dessen Schwachstellen wieder ausgleichen. Besonders schlimm wird es, wenn der Schaumschläger die anderen mit seiner Faulheit ansteckt. Wie Sie diese Trittbrettfahrer entlarven und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie im Folgenden.

So erkennen Sie Trittbrettfahrer:

Große Klappe, nichts dahinter

Trittbrettfahrer sind Profis darin, ein Minimum an Arbeit zu leisten und dabei dennoch super beschäftigt zu wirken. Dadurch kommt kaum einer auf die Idee, dass sie in Wirklichkeit gar nichts Produktives tun. Die Agenda eines Trittbrettfahrers ist voll. Doch nicht voll mit Sales Calls, dem Schreiben von Angeboten und der Vorbereitung von Präsentationen. Nein. Der Kalender eines Trittbrettfahrers ist gefüllt mit Social-Media-Kanäle-Checken, Kaffeeklatsch, Toilettenbesuchen und privaten Telefonaten.

Dabei schwingen sie große Reden, wie viel sie zu tun haben. Sie versuchen besonders engagiert und beschäftigt zu wirken. Sie reißen oft das Wort an sich und verkünden Ihre Meinung zu allen Themen. Sie machen große Versprechungen und diskutieren angeregt mit. Sie entlarven diesen Trittbrettfahrer anhand seiner leeren Worte: Auf die Versprechungen folgen niemals Taten, nur viele Ausreden.

Aufgaben ans Team verteilen

Trittbrettfahrer wenden mehr Energie auf für Vertuschungsaktionen, als sie für die eigentliche Arbeit benötigen würden, auf. Vor allem Kollegen haben darunter zu leiden. Trittbrettfahrer sind Meister darin, Aufgaben zu delegieren und ihre Kollegen damit zusätzlich und vor allem unnötig zu belasten. Viele Kollegen nehmen die Aufgaben an, da sie denken, der Trittbrettfahrer hätte alle Hände voll zu tun. Sie wollen ihm gutgläubig helfen, wissen aber nicht, dass er sich ins Fäustchen lacht.

Der Faule lagert dabei mit Vorliebe Aufgaben aus, die keinen Spaß machen und aufwendig sind. Selbst übernimmt er nur Aufgaben, die leicht von der Hand gehen und holt sich für jede Kleinigkeit Lob vom Chef ab. Er hält nicht damit zurück, von der Anstrengung zu berichten, sodass der Chef denkt: „Was für ein Arbeitstier.“

Beobachten Sie deutlich, ob jemand häufig Aufgaben delegiert und in welchem Maße er von seinen Tätigkeiten berichtet. Waren diese wirklich so aufwendig? Muss darüber wirklich so viel berichtet werden? Sollte ein Mitarbeiter für Aufgaben, die Standard sind, mehrmaliges Lob bekommen?

Scheu vor Veränderung

Viele fürchten sich vor Veränderungen, vor allem Trittbrettfahrern lassen sie die Knie schlottern. Umstrukturierungen und personelle Änderungen, wie eine neue Führungskraft, bedeuten ein mögliches Auffliegen. Was, wenn er dann genauer überwacht wird? Was, wenn dann deutlicher kontrolliert wird, wer welche Aufgaben erledigt?

Trittbrettfahrer wollen immer, dass alles so bleibt, wie es ist. Sie haben sich gemütlich eingerichtet, ihre Lieblingsspiele im Browser gespeichert und wissen genau, an welcher Stelle sie untertauchen können. Welche Aufgaben sie unter den Tisch fallen lassen können. Trittbrettfahrer sind Innovationsbremsen und sind besonders kreativ darin, Argumente dafür zu finden, weshalb eine Veränderung keinen Sinn macht.

Beobachten Sie bei Diskussionen über Veränderungen genau, welcher Mitarbeiter oder Kollege negative Argumente hervorbringt. Sind diese wirklich begründet oder sind sie der Deckmantel für Faulheit?

Everybody’s Darling

Zu den Hauptaufgaben eines Trittbrettfahrers gehört das Netzwerken. Sie verbringen einen Großteil Ihrer Arbeitszeit damit, sich mit Kollegen zu unterhalten. Jedes Gespräch ist ihnen willkommen, um nicht doch in die Versuchung zu kommen, tatsächlich zu arbeiten. Außerdem wird Kollegen, die sich gut mit allen verstehen, öfter etwas verziehen und Arbeit abgenommen.

Schauen Sie genau hin, wie oft und lange Kollegen und Mitarbeiter Plaudereien suchen. Wollen sie ehrliche Kontakte knüpfen oder nutzen sie häufige Gespräche zur Flucht vor dem Schreibtisch und schleimen auffällig?

Bloß kein Großraumbüro

Trittbrettfahrer scheuen die Öffentlichkeit. Sie sitzen lieber im kleinen Kämmerlein oder in der Ecke des Büros. In Großraumbüros besteht die Gefahr, dass Kollegen und Führungskräfte den Bildschirm sehen und dann entdecken, dass dort YouTube Videos über Gartenumbauarbeiten laufen. Das Nichtstun ist hier viel schwieriger zu vertuschen, dem Trittbrettfahrer laufen die Schweißperlen über die Stirn, wenn plötzlich jemand an ihm vorbeiläuft.

Probieren Sie es aus: Tauchen Sie unauffällig am Platz des vermutlichen Trittbrettfahrers auf: Klickt er hektisch mit seiner Maus herum? Schreckt er hoch?

Der Chef ist der Feind

Der Trittbrettfahrer wettert immer gegen seine Vorgesetzten. Schließlich sind es diese Personen, die Leistung einfordern und öfter nachhaken, wenn eine Aufgabe nicht erledigt wurde. Das ist dem Trittbrettfahrer ein Dorn im Auge. Also sind die Führungskräfte der „Feind“ und behandeln die Mitarbeiter angeblich unfair. Trittbrettfahrer stacheln dabei das ganze Team mit an und nehmen kein Blatt vor den Mund, wenn es um Lästereien geht.

Als Führungskraft ist es schwer, ein solches Verhalten zu entlarven. Kollegen würden sich untereinander – in der Regel – nie verpetzen und wenn Sie vor Ort sind, wagt der Trittbrettfahrer nicht, etwas Negatives zu äußern. Wenn Sie so ein Verhalten bei einem Kollegen mitbekommen, lassen Sie sich nicht hineinziehen. Bilden Sie sich immer Ihre eigene Meinung.

Trittbrettfahrer ansprechen

Natürlich sprechen all diese Verhaltensweisen nicht immer zwangsweise für einen Trittbrettfahrer. Allerdings sollten Sie, wenn Sie diese Situationen häufiger bemerken, aufmerksamer sein und das Verhalten beobachten. Eins und eins zusammenzählen. Wenn Sie das Gefühl haben, Sie haben einen Trittbrettfahrer im Büro, suchen Sie ein ruhiges Vieraugengespräch und sprechen die Situation an. Ist der Mitarbeiter oder Kollege unglücklich? Wieso verhält er sich so? Welche Lösung lässt sich finden, damit der Mitarbeiter wieder motiviert ist? Ziehen Sie Konsequenzen.

Über Martin Limbeck

Martin Limbeck zählt zu den Spitzenverkaufstrainern und gilt als der Verkaufs-Experte im deutschsprachigen Raum. Er ist „Trainer des Jahres“ 2008 und 2011 und wurde zwei Mal mit dem Conga Award ausgezeichnet (2009 und 2010). Martin Limbeck erhielt 2012 den Preis als “International Speaker Of The Year 2012” und zudem wurde er zum „TOP SPEAKER Of The Year 2014“ ausgezeichnet. Hier geht es zur Webseite von Martin Limbeck.

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