Onboarding neuer Mitarbeiter Hinterlassen Sie einen Kommentar

So bleiben Mitarbeiter an Bord oder wie Sie Mitarbeiterfluktuation vermeiden
Teil 1: Onboarding neuer Mitarbeiter

In Deutschland wird die Mitarbeiterfluktuation auch aufgrund der sehr guten Arbeitsmarktlage definitiv weiter steigen. Menschen können sich heutzutage ihre Jobs aussuchen und sind wechselwilliger – gerade dann, wenn etwas im aktuellen Unternehmen nicht passt. Hier muss reagiert oder besser agiert werden.

Unternehmen müssen sich viele Fragen stellen:

  • Wie sieht der aktuelle interne Recruitingprozess aus? Kann dieser so bleiben?
  • Welche Menschen passen zum Unternehmen? Welche nicht?
  • Was hält Menschen im Unternehmen? Was motiviert Mitarbeiter zum Bleiben?
  • Wie wird aktuell geführt? Welche Führungsinstrumente kommen zum Einsatz?
  • Wie sieht die momentane interne (und externe) Kommunikation aus?
  • Haben Sie einen erfolgreichen Onboarding-Prozess für neue Mitarbeiter?

Wie Onboarding nicht geht…

Im Teil 1 meiner künftigen Monday-Morning-Musts starte ich mit dem erfolgreichen Onboarding von neuen Mitarbeitern. Wie es nicht geht, das habe ich erst wieder vor kurzem live erlebt. Am ersten Arbeitstag kommt der neue Mitarbeiter ins Unternehmen, muss zunächst eine gute Stunde auf das Abholen am Empfang warten, um dann zu hören, dass der Verkaufschef in Urlaub ist. Kein Anderer weiß so richtig, was der „Neue“ genau machen soll – außer Verkaufen natürlich. Also wird ihm ein Schreibtisch in den Verkaufsraum gestellt. Computerzugang, Visitenkarten, Unterweisung ins Unternehmen und das CRM-System hat er keinen bzw. findet nicht statt. Er quält sich unendliche 14 Tage, bis die Führungskraft aus dem Urlaub zurück ist. Leider ist auch jetzt kein echter Onboarding-Prozess erkennbar, eher ein Schnellkurs im Vormachen. Dafür kann die Führungskraft nichts, sie hat es nicht gelernt, sie war und ist die beste Verkaufskraft im Haus. Leider bedeutet der beste Verkäufer zu sein noch lange nicht, auch die beste Führungskraft zu sein.

Ein Einzelfall?

Ihr denkt jetzt vielleicht ein Einzelfall oder kleines Unternehmen. Leider nein! So etwas kommt immer noch regelmäßig vor, auch in großen Häusern. Deshalb ist es unerlässlich, dass jedes Haus für jeden neuen Mitarbeiter einen guten Start hinlegt. Es steigt die Bindung und das Gefühl von Zugehörigkeit wenn folgende Schritte von Anfang an beim Onboarding umgesetzt werden:

  • Ist alles Organisatorische vor dem ersten Arbeitstag erledigt worden?
    • Arbeitsvertrag; Stellenbeschreibung; Firmenkultur: Ziele, Werte, Motive und Visionen des Unternehmens; Gegenseitige Erwartungshaltung; Informationen nach Innen; Dresscode; Arbeitszeiten; Telefonliste; Willkommenspaket + -geschenk; …
  • Ist alles für den ersten Arbeitstag vorbereitet?
    • Begrüßung durch Chef und Führungskraft; Besichtigung des Unternehmens; Vorstellung der Kollegen, Mentoren, Anlaufstellen und Ansprechpartner; Übergabe der Onboarding-Mappe; Einarbeitungsplan übergeben; Zugänge IT; Visitenkarten; Arbeitsplatz; Arbeitsmittel; …
  • Ist der genaue Plan für die erste Arbeitswoche festgelegt?
    • Ablauf 1., 2., 3., … Arbeitstag; Einarbeitung I; Feedback-Gespräche Führungskraft; Abendveranstaltung; …
  • Wie geht es ab der 2. Arbeitswoche weiter?
    • Ablauf 1., 2., 3., … Arbeitswoche; Einarbeitung II; regelmäßige Feedback-Gespräche mit Führungskraft und Chef; …

Weitere Inhalte und Themen sind kommen hinzu und sind abhängig von der Branche und dem Unternehmen.

Und Achtung, die Einarbeitung neuer Mitarbeiter beschränkt sich jedoch nicht nur darauf, dass der Neue weiß, was er tun soll und das auch kann, sondern, dass das Onboarding auf drei Ebenen stattfindet:

  1. Soziales Onboarding
  2. Kulturelles Onboarding
  3. Fachliches Onboarding

Onboarding ist essentiell notwendig

Onboarding ist essentiell notwendig für eine erfolgreiche Integration von neuen Mitarbeitern in die Prozesse und Teamstrukturen eines Unternehmens. Wer das vernachlässigt, riskiert Frustration und damit eine frühe Unzufriedenheit des Neuen – und das wiederum führt zu unterdurchschnittlicher Leistung und früher oder später zu einer Kündigung.

Laut dem Hays HR-Report 2018 ist Mitarbeiterbindung die wichtigste Aufgabe in agilen Organisationen. Oft verhindert jedoch der Start das Bleiben. Der Grund liegt dann regelmäßig nicht in den Personen selbst, sondern tatsächlich im schlechten Start. Ein gutes Onboarding – und insbesondere das Abklären der gegenseitigen Erwartungen – bewirken echte Wunder und sorgen dafür, dass der neue Mitarbeiter innerhalb kurzer Zeit motiviert und effizient arbeiten kann. Daher gilt gerade für die Unternehmen, bei denen Zeit und Ressourcen extrem begrenzt sind:

Investieren Sie unbedingt genügend Zeit für ein gutes Onboarding!

Wir helfen dabei, Unternehmen zu entwickeln, die richtigen Mitarbeiter ins richtige Unternehmen und auf den richtigen Arbeitsplatz zu bringen. Das Ergebnis: dauerhaftes und für beide Seiten erfolgreiches Arbeiten zu ermöglichen.

Informationen zu uns, unsere agilen Prozesse, unserem Trainings und Coachings, Unterstützung und Tipps zum heutigen Thema findet ihr im neuen Buch von Martin Limbeck LIMBECK.VERKAUFEN oder unter www.ml-trainings.de.

Eine erfolgreiche Woche – mit Motivation, die bleibt.

Walter Rößling

Über Walter Rößling

Bei Walter Rößling profitieren Sie von seiner 24-jährigen Berufspraxis als Verkäufer und Manager. Besonders seine fundierten Praxiserfahrungen beim Auf- und Ausbau von Verkaufsstrukturen in europäischen Ländern werden von seinen Kunden sehr geschätzt. Heute vermittelt er seine Erfahrung bei der Limbeck Training Group. Hier geht es zum Trainerprofil von Walter Rößling.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.