Sprachhygiene: Schluss mit „eigentlich“ Hinterlassen Sie einen Kommentar

Sprachhygiene: Sprachhygiene ist vor allem im Verkaufsgespräch zu beachten. Haben Sie schon einmal von dem Beruf des Maulwerkers gehört? Ein Maulwerker ist wie ein Handwerker, der sein Handwerk mit dem umgangssprachlichen Maul und eben nicht mit der Hand vollführt.

Im Verkauf von Produkten und Dienstleistungen ist völlig klar, dass es wichtig ist, dieses Maulwerk zu optimieren. Was mache ich jedoch, wenn ich nicht in meinem beruflichen Kontext bin? Was ist, wenn ich beispielsweise eine Diskussion mit Freunden zu einem Thema habe? Was ist, wenn ich meinem Partner sage, dass ich heute lieber spanisch, statt italienisch essen gehen möchte? Will ich dann nicht auch etwas verkaufen? Will ich, dass mein Gegenüber meine Meinung übernimmt? Aus meiner Sicht ja. Das ganze Leben bemühen wir uns darum, etwas zu verkaufen. Wir wollen unseren Kindern verkaufen ins Bett zu gehen. Wir wollen unseren Partnern verkaufen, mal wieder schön auszugehen. Und überall geht es darum, die richtige Sprache zu verwenden, nicht wahr?

Ich habe mal gelernt „Ich sage, was ich denke und ich denke, was ich sage!“

Das heißt jedes Wort – alles was wir tun – hat eine Bedeutung.

Betrachten wir das spezielle Wort „eigentlich“.

Eigentlich bedeutet „im Grunde“, „sozusagen“ oder „gewissermaßen“. Neulich war in einem Seminar folgende Situation: Ein Teilnehmer berichtete über eine Preisverhandlung mit einem Unternehmen. Er hatte als Händler eine Maschine für 12.000€ angeboten, die er selber für 11.000€ einkauft. Es geht mir nicht um die Höhe des Aufschlages, sondern vielmehr um die Verhandlung selber, die am Telefon erfolgte.

Der Kunde fragte unseren Teilnehmer, ob an dem Preis noch etwas zu machen ist, worauf seine Antwort war: „Eigentlich nicht.“

Aus meiner Sicht ist dies eine Einladung für die Verhandlung, um den Preis zu drücken. Dies machte der Kunde auch und der Verkäufer ging leer aus, da er die Maschine zum Einkaufspreis abgab.

Nicht nur, dass die Maschine wesentlich höher hätte angeboten werden können, sondern allein die Aussage „Eigentlich nicht.“, eröffnet Türen für eine Nachverhandlung.

Warum verwenden wir dieses Wort? Vermutlich haben wir Angst. Angst davor, der Kunde könne Nein sagen, falls ich den Preis nicht nachlasse. Doch wie sagt Martin Limbeck immer: „Nicht gekauft hat er schon“.

Die Gedanken „Ich brauche den Auftrag. Was ist, wenn ich den Auftrag nicht erhalte?“ bewirken, dass ich in meiner Kommunikation unklar bin und nicht fest für meinen Standpunkt einstehe.

Die klare Aussage „Nein, es gibt keinen Nachlass.“ zeigt auf, für was Sie einstehen und wo Sie eine Grenze ziehen.

Sprachhygiene

Wie kann ich meine Sprache daher optimieren, um Begriffe wie „eigentlich“ oder „man“ in Zukunft zu vermeiden?

  1. Erkenntnis, dass verschiedene Worte wie „man“ und „eigentlich“, mein Vorwärtskommen behindern.
  2. Eine Liste der Wörter erstellen, die Sie verhindern wollen und Ersatz dafür suchen. Ersetzen Sie „eigentlich“ zum Beispiel durch „tatsächlich“.
  3. Bewusste Entscheidung, die Sprache verbessern zu wollen.
  4. Emotionale Stabilität behalten, wenn es Ihnen auffällt, dass sie solche Worte wieder verwenden. Machen Sie sich auf keinen Fall selbst fertig.

Haben Sie Spaß dabei, lachen Sie auch mal über sich selbst und Sie werden es umso schneller in Ihre Routinen und Gewohnheiten einbauen. Und damit kommen Sie dem „Maulwerker-Profi“ noch näher. Viel Spaß.

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Ihr

Steffen Becker

Über Steffen Becker

Steffen Becker hat über 25 Jahre Erfahrung im Verkauf. Er wird als Sparringspartner in der Entwicklung von Unternehmern und Vertriebsmannschaften eingesetzt. Unternehmen schätzen seine zuvorkommende sowie tiefgreifenden Erfahrungen insbesondere im Lösungsverkauf, die er auch bei der Limbeck® Group einbringt.

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