Motivation: Langfristig schlägt der Fleißige das Talent 1 Kommentar

Es kommt immer auf die Motivation an. Die geborene Führungskraft gibt es nicht. Den geborenen Verkäufer gibt es nicht. Es gibt auch keinen geborenen Straßenkehrer, Finanzbeamten oder Profisportler. Jede gute Führungskraft im Vertrieb hat sich den Sinn und Zweck gesucht und selbst gegeben. Wer eine leidenschaftliche Einstellung zu seiner Aufgabe haben will, der kann sich einfach dazu entschließen. Die meisten Verkaufsgespräche und Zielvereinbarungsgespräche mit Mitarbeitern erfüllen aber leider den Tatbestand der Körperverletzung. Lustloses technisches Blabla.

Abspulen von auswendig gelernten Trainerphrasen, Mitarbeiter nicht fordern und Buckeln vor König Kunde – das alles hat beim Verkaufen und Führen nichts zu suchen. Das alles ist weder erfolgreich noch aufrichtig. Verkaufen und Führen muss begeistern. Der Kunde muss Spaß mit Ihnen als Verkäufer haben. Ihr Mitarbeiter muss von Ihnen motiviert werden. Und Sie selbst müssen mindestens genauso viel Spaß und Motivation haben! Wenn der Kunde das erste Mal gelacht hat, kauft er. Wenn der Mitarbeiter mit guter Laune ins Büro kommt, verkauft er.

Verkaufen und Führen sind emotionale Sachen. Der Verstand findet hinterher immer eine passende Begründung für die Entscheidung unserer Gefühle. Emotion siegt immer über die Ratio. Vergessen Sie all Ihre sorgfältigen Argumentationsketten, wenn Sie keinen Spaß daran haben!

Wenn Sie sich dafür entschieden haben, beim Verkaufen und Führen Spaß zu haben, dann gewinnen Sie so oder so, egal, wie das Spiel läuft. Dann treten Sie schon von vornherein als Sieger auf. Und das ist ein echtes Mysterium: Kunden kaufen nur von Siegern – starker Titel, starkes Buch, starke These von Autor H. C. Altmann. Also machen Sie Ihre Mitarbeiter zu Siegern!

Sie sind nicht der Piranha im Amazonas

Lassen Sie Ihre Mitarbeiter nicht alles verkaufen! Sie sollen nur etwas verkaufen, hinter dem sie stehen. Ich muss mich mit dem Produkt, mit dem Kunden und mit mir selbst identifizieren können. Überteuerte oder mangelhafte Produkte, das sollen ehrliche Verkäufer nicht verkaufen. Da liegt dann die Größe im Verzicht. Das ist der erste Punkt.

Der zweite: Wenn Ihnen und Ihren Verkäufern Menschen gegenübersitzen, die Sie bewusst nicht verstehen wollen, die Freude daran haben, Sie auflaufen zu lassen und ihre vermeintliche Macht als Kunde Ihnen gegenüber ausspielen wollen: Steigen Sie aus! Erlassen Sie Ihrem Mitarbeiter den Spießrutenlauf und suchen Sie sich einen gewillteren Kunden.

Und drittens: Lassen Sie Ihre Mitarbeiter nur verkaufen, wenn sie mit sich selbst im Reinen sind. Es ist ein Irrglaube, dass ein richtig guter Verkäufer alles verkauft. Ein richtig guter Verkäufer ist kein Betrüger, deshalb verkauft er beispielsweise keine Immobilienfinanzierung, die sich der Käufer nur dann leisten kann, wenn er Glück hat und sich die Immobilienpreise überdurchschnittlich gut entwickeln.

Wie gut ein Verkäufer ist, das sehen Sie nicht am kurzfristigen Umsatz, sondern an der langfristigen Rentabilität, am Ergebnis. Einen guten Verkäufer erkennen Sie, wenn Sie mit seinem langjährigen Kunden an der Hotelbar sitzen, und der voller Respekt von Ihrem Verkäufer spricht.

Das dabei über die Jahre sehr viel Geld umgesetzt worden ist, ist selbstverständlich.

Verkaufen ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt

Langfristige Zusammenarbeit mit dem Kunden auf Augenhöhe. Stetiges Geben und Nehmen im ausbalancierten Verhältnis. Geldgier führt zu Zerstörung. Es ist eben so: Der Markt ist nicht der Amazonas, und Sie und Ihre Verkäufer sind keine Piranhas. Der Markt ist kein Wald, und Sie sind keine Axt. Werden Sie nicht zuchtlos, sondern erziehen Sie Ihre Mitarbeiter ehrlich, gerade und direkt.

Über Martin Limbeck

Martin Limbeck zählt zu den Spitzenverkaufstrainern und gilt als der Verkaufs-Experte im deutschsprachigen Raum. Er ist „Trainer des Jahres“ 2008 und 2011 und wurde zwei Mal mit dem Conga Award ausgezeichnet (2009 und 2010). Martin Limbeck erhielt 2012 den Preis als “International Speaker Of The Year 2012” und zudem wurde er zum „TOP SPEAKER Of The Year 2014“ ausgezeichnet. Hier geht es zur Webseite von Martin Limbeck.

Ein Kommentar zu “Motivation: Langfristig schlägt der Fleißige das Talent

  1. AvatarDr. Holger Schmitz

    Fleiß schlägt Talent: Stimmt! Denn auch das größte Talent kommt ohne harte Arbeit niemals in der Spitze an. Doch für Spitzenklasse auf Weltklasse-Niveau müssen außerordentlicher Wille und Talent zusammen kommen, da nur die Kombination aus höchster Disziplin, entsprechendem Ehrgeiz und einem großen Talent bis ganz nach oben führt: 95 Prozent reichen für Spitzenleistungen auf Weltklasse-Niveau in jedem Fall nicht aus! Das gilt besonders im großen Erfolg, da dann der natürliche menschliche Reflex zu geringerer Leistungsbereitschaft besonders stark ist und der schleichende Stillstand schnell um sich greift. Dann ist die Führung gefordert!

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