Niemand wird als Führungskraft geboren 1 Kommentar

“Der Limbeck, der ist doch als Verkäufer geboren worden.”

Wissen Sie, wie sehr ich das hasse? Das ist wie: „Der Nowitzki ist doch als Basketballer auf die Welt gekommen.“ Oder „Der Obama ist doch schon als US Präsident geboren worden.“

Ich habe das schon so oft gehört und es ärgert mich immer wieder aufs Neue. Das ist in meinen Augen kein Kompliment, dass ich wirklich gerne bekomme. Genau genommen ist es ein vergiftetes Kompliment: Da schwingt eine ordentliche Portion Neid mit.

Denn wenn Sie von jemandem sagen, dass er zu etwas geboren wurde, behaupten Sie automatisch, dass ihm der Erfolg vorbestimmt war und er sich deswegen gar nicht anstrengen musste.

Damit geht die komplette Anerkennung für die Leistung total flöten.

Ich sage Ihnen etwas:

Niemand ist als Verkäufer, Basketballer, Präsident, Bundeskanzler oder Führungskraft geboren worden. Das ist Bullshit.

Führungskraft sein ist ein Handwerksberuf wie Schreiner oder Schlosser: Du musst es lernen.

Häufig bekomme ich dann zu hören: „Naja, aber nicht jeder ist so extrovertiert wie du und als TOP Führungskraft musst du doch eine große Klappe haben.“

NEIN musst du nicht.

Noch vor einigen Jahren wäre ich in solchen Situationen völlig aus der Haut gefahren.

Tu ich heute nicht mehr. Es wurmt mich aber manchmal dennoch, denn es stimmt einfach nicht.

Um so zu verkaufen und zu führen wie der Limbeck musst du ein Limbeck sein, logisch?

Du kannst es auch ganz nach oben schaffen, wenn du so verkaufst wie der Müller-Meier-Schulze, wenn du ein Müller-Meier-Schulze bist.

Nirgendwo steht geschrieben, dass du als Verkaufsleiter der heiße Dampf in allen Gassen sein musst. Ich kenne viele Chefs, die eher introvertiert sind. Die machen weniger Chacka-Chacka, doch können dafür oft bessere Beziehungen pflegen und damit motivieren.

Die Frage ist nicht, wie groß Ihr Talent ist, sondern was Sie aus dem machen, was Sie haben.

Mein Lieblingsbeispiel dafür ist Oli Kahn. Er ist während seiner Karriere zwar nicht Weltmeister geworden, doch er war in seiner aktiven Zeit über viele Jahre einer der besten Torhüter der Welt.

Lag es an seinem überragenden Talent? Sicher nicht: Er sagte selbst von sich, dass er nicht der talentierteste Torwart war, aber er hat beim KSC, wo er groß geworden ist, dreimal am Tag trainiert:

Wenn seine Mannschaft fertig war, dann hat er sich der Amateurmannschaft angeschlossen und dort weiter trainiert.

Am Abend ließ er sich vom Platzwart, seinem Vater, den Rasen unter Wasser setzen und trainierte Schüsse auf regennassem Boden, um auch auf diese Situationen vorbereitet zu sein. Er trainierte wie ein Bekloppter und plötzlich spielte es keine Rolle mehr, dass andere talentierter waren.

Also, hören Sie nicht darauf, wenn wieder einer mit „(…) geboren für (…)“ ankommt. Natürlich ist Talent eine schöne Sache und kann den Start angenehmer machen, doch ein Erfolgsgarant ist Talent nicht.

Entscheidend für Ihren persönlichen Erfolg ist, dass Sie es unbedingt wollen, dass Sie dafür brennen und alles geben, um der Beste in Ihrer Disziplin zu werden. Nur dann schaffen Sie es auch, mit Niederlagen klar zu kommen. Nur dann knien Sie sich wirklich rein und trainieren auch noch bei Flutlicht auf nassem Rasen bis Sie komplett durchgeweicht sind.

Das werden dann auch Ihre Spieler/Verkäufer an Ihnen lieben.

Über Martin Limbeck

Martin Limbeck zählt zu den Spitzenverkaufstrainern und gilt als der Verkaufs-Experte im deutschsprachigen Raum. Er ist „Trainer des Jahres“ 2008 und 2011 und wurde zwei Mal mit dem Conga Award ausgezeichnet (2009 und 2010). Martin Limbeck erhielt 2012 den Preis als “International Speaker Of The Year 2012” und zudem wurde er zum „TOP SPEAKER Of The Year 2014“ ausgezeichnet. Hier geht es zur Webseite von Martin Limbeck.

Ein Kommentar zu “Niemand wird als Führungskraft geboren

  1. Heinz Weiler

    Natürlich wird niemand als Führungskraft geboren, sonst gäbe es kein Leadership Training oder wie diese Schulungen alle heissen. Wobei man schon sagen kann, dass es Leute gibt, die eher das Zeug dazu haben und solche, die noch so viele Coachings besuchen können und es nie so wirklich schaffen werden.

    Reply

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