Erfolgreiche Führung der Y-Generation Hinterlassen Sie einen Kommentar

In meiner täglichen Arbeit als Führungs- und Vertriebscoach treffe ich regelmäßig mit Menschen aus der „Y-Generation“ zusammen. Um diese Generation, die in den 1980er geboren wurde, in den Neunzigern aufwuchs und heute überwiegend die “jüngere Belegschaft“ in Unternehmen darstellt, rankten sich anfangs wenig schmeichelhafte Einschätzungen. Beispielsweise “Null-Bock-Generation”, “verwöhnt”, “anspruchsvoll”, “kein Respekt”!

Doch egal wie anstrengend und unbeliebt diese Y-Generation auch sein mag, der demografische Wandel und dessen Auswirkungen führen dazu, dass die Führungskräfte in Unternehmen auf die Y-Generation angewiesen sind. Und so veränderte sich der Ton in den vergangenen Jahren in Richtung: “optimistisch”, “pragmatisch”, “experimentierfreudig”, “ambitioniert”, “hochinformiert”.

Keine Frage, die Y-Generation ist anders – aber wie?

Bei allen o.a. subjektiven Einschätzungen steht jedoch außer Frage, dass lange nicht alle, die in diese Altersgruppe fallen, diesen Bewertungen auch entsprechen. Es kommt deshalb für Sie als Führungskraft darauf an, die individuelle Persönlichkeit Ihres Personals als zentralen Orientierungspunkt für Ihr Führungsverhalten im Auge zu behalten.

Das bedeutet für Sie, in der täglichen Führungsarbeit den veränderten Bedürfnissen der Y-Generation im Arbeitsalltag gerecht zu werden – vor allem bei den wichtigen Leistungsträgern. Deshalb gehen die heutigen Führungskräfte (stammen überwiegend aus der Generation der „Babyboomer“ oder bereits aus der „X- Generation“) von teilweise anderen Werten und Erwartungen aus und es kommt häufig zu Spannungen.

Was kennzeichnet die Y-Generation? Was hat sie geprägt?

Für jede Generation gestaltet sich die Welt anders, Werte wandeln sich. Die markantesten und einflussreichsten Veränderungen für die Y-Generation sind:

  • gesteigerte Bedeutung des Individuums
  • hoher Stellenwert von Technik und technischer Vernetzung
  • hohe Relevanz von Bildung und lebenslangem Lernen
  • verschwimmende Grenzen zwischen Freizeit und Arbeitszeit

Wie können Sie Ihre Y-Mitarbeiter erfolgreich führen?

Erfolgreiche Führung ist und bleibt individuell, d.h. sie ist angepasst an die Wertvorstellungen, Lebenssituationen und Fähigkeiten Ihrer Mitarbeiter. Dennoch gibt es für Sie übergreifende Herausforderungen in der Führung der Y-Generation:

Herausforderung 1: Die richtigen Rahmenbedingungen schaffen

Die Y-Generation ist bereit, sich anzustrengen und viel zu arbeiten, aber nur, wenn die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit für sie passend sind

  • Schaffen Sie leistungsorientierte Vergütungssysteme, damit die Höhe ihres Gehalts durch sie selbst bestimmt wird.
  • Ermöglichen Sie Flexibilität bezüglich Arbeitszeiten und -orten. Es ist der Y-Generation wichtig, sich an Zielerreichung und Deadlines zu messen, und nicht daran, wo und wann wir richtig arbeiten.
  • Bieten Sie ausreichende Weiterbildungsmöglichkeiten.
  • Zeigen Sie klare Grenzen auf, aber lassen Sie der Y-Generation innerhalb dieser Grenzen kreativen Freiraum. Dies gibt ein Gefühl von Freiheit.
  • Geben Sie Verantwortung für einen definierten Bereich ab, damit Sie sich in diesem Bereich eigenverantwortlich “ausprobieren” können.

Herausforderung 2: Eine gute Beziehung aufbauen

Die Y-Generation braucht Sie als Führungskraft und Mentor. Sie schaut zu Ihnen auf und will von Ihnen lernen. Für die Y-Generation ist es wichtig, von der Führungskraft gekannt und geschätzt zu werden, um damit die Karriere weiter voran zu treiben.

  • Zeigen Sie der Y-Generation, dass Sie sie ernst nehmen. Wissen Sie, wer sie sind, woran sie arbeiten und welche Hilfestellung sie ggf. benötigen? Investieren Sie ausreichend Zeit in Gespräche mit Ihrem Personal, um in ihnen das Gefühl zu erzeugen, dass Sie als Ansprechpartner verfügbar sind.
  • Geben Sie ihnen Strukturen vor und zeigen Sie Grenzen auf. Oftmals sind sie so eifrig, dass sie sich ohne klare Strukturen schnell “verrennen”.
  • Verteilen Sie, bildlich gesprochen, “goldene Sternchen”. Es ist wichtig, dass Ihre Y- Generation spürt, dass Sie ihre Leistungen wahrnehmen und sie loben.
  • Verhandeln Sie mit ihnen. Bezahlen Sie sie daher nicht, sondern “kaufen” Sie ihre Ergebnisse. Schaffen Sie eine transparente Verbindung zwischen der Leistung und dem, was Sie bereit sind, ihnen dafür zu geben.

Herausforderung 3: Selbstmanagement vermitteln

Die Y-Generation kommt mit einem übermächtigen Fundus an Wissen aber wenig Erfahrung ins Unternehmen. Darum vernachlässigt sie häufig grundlegende Dinge, die erfahrene Führungskräfte für selbstverständlich halten.

  • Helfen Sie einer Y-Generation Prioritäten zu setzen. Geben Sie klare, transparente Instruktionen, was in welcher Zeit zu bearbeiten ist. Stellen Sie sicher, dass Sie die Entscheidungskompetenz Ihres Personals einschränken, damit diese sich nicht selbst überfordert.
  • Bringen Sie ihr bei, Pläne zu machen und strukturiert vorzugehen. Die simultane Verarbeitung von Information und das kontinuierliche Multi-Tasking sind Teil des Lebens für ihre Y-Generation. Um ihre Aufgaben zu strukturieren, brauchen sie aber detaillierte Pläne, die ausgehend vom Zielzustand festgelegt werden.
  • Erläutern Sie die Wertvorstellungen ihres Unternehmens. Die Y-Generation muss lernen, sich diesen Wertvorstellungen entsprechend zu verhalten.
  • Erinnern Sie sie kontinuierlich daran, sich selbst zu hinterfragen und zu evaluieren, besonders die Produktivität, Arbeitsqualität und das persönliche Verhalten.

Herausforderung 4: Die Stars der Y-Generation an das Unternehmen binden

In dem Moment, in dem die Y-Generation merkt, dass Sie als Führungskraft nicht mit ihr daran arbeiten, eigene Bedürfnisse zu befriedigen und eigene Ziele zu erreichen, ist die Y-Generation bereits mit einem Fuß aus der Tür.

  • Finden Sie heraus, was Sie tun können, um das zu vermeiden. Fragen Sie nicht: “Bist du zufrieden?”. Fragen Sie: “Was kann ich tun, um dich zu halten?”. Fragen Sie, bevor Ihre Y- Generation daran denkt zu gehen.
  • Tun Sie alles, um ihre Y-Generation zu halten. Wenn Sie Ihre Top-Performer nicht als Vollzeit-vor-Ort-ununterbrochenen-exklusiven-Mitarbeiter halten können, halten Sie so viele von ihnen, wie Sie können. Offerieren Sie die Möglichkeit eines unbezahlten Sabbatjahres, Arbeit in Teilzeit, flexible Arbeitszeiten, Home-Office etc.
  • Für die “Besten” nur das Beste. Über Ihre Besten der Y-Generation würde sich auch ihre Konkurrenz freuen. Sie sind sich dieser Sonderstellung bewusst und geben ihr daher
    „Sonderkonditionen“, um sie zu halten. Bieten Sie Ihren Besten mehr Gehalt, Freiräume bezüglich Arbeitszeiten und -ort, herausfordernde Aufgaben, Weiterbildungsmöglichkeiten und Beziehungen als Ihren Guten.

Es ist keine Frage mehr, ob Sie sich ändern müssen; die einzige Frage ist, ob Sie schnell genug sein werden!

Die Y-Generation ist anders. Sie ist anspruchsvoll, fordernd und vielleicht deshalb unbequem. Aber sie ist bereit, sich ins Zeug zu legen um alles zu geben – wenn Sie die o.a. Voraussetzungen schaffen und damit ihre Bedürfnisse befriedigen. Das ist Ihre heutige und zukünftige Herausforderung als Führungskraft der Y-Generation.

Meiner Erfahrung nach passt die Y-Generation sehr gut in die aktuelle Arbeitswelt und deren Herausforderungen, wenn die geschilderten Rahmenbedingungen gegeben sind!
Vergessen Sie dabei bitte nicht, es handelt sich bei der Y-Generation oft um unsere eigenen Kinder!

Wünsche Ihnen eine spannende Woche!
Ihr Klaus Schwarz

Über Klaus W. Schwarz

Bei Klaus W. Schwarz profitieren Sie von seiner über 25-jährigen Berufspraxis als Verkäufer, Führungskraft und Manager in der Investitionsgüterindustrie und seit 2009 auch im Beratungs-und Trainingsgeschäft. Besonders seine fundierten Praxiserfahrungen beim Aufbau von Verkaufsteams und seine Coaching-Expertise werden von seinen Kunden sehr geschätzt. Heute vermittelt er seine Erfahrung bei der Martin Limbeck® Training Group. Hier geht es zum Trainerprofil von Klaus W. Schwarz.

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