Project Aristotle – Diesmal geht es nicht um den Philosophen… Hinterlassen Sie einen Kommentar

Vor einiger Zeit bin ich auf eine abgeschlossene Studie von Google gestoßen. Was wurde herausgefunden?
Dass ein Großteil der Arbeit bei Google (wie auch in vielen anderen Unternehmen) in Teams erledigt wird.
In Teams werde innovative Ideen entwickelt und getestet.
In Teams verbringen wir die meiste Zeit mit anderen.
Das heißt im Umkehrschluss, dass zwischenmenschliche Herausforderungen und schlechte Eigenschaften sowie unklare Gruppenziele zu schlechten / zu unproduktiven Ergebnissen und Spannungen führen können.
Das Google Forschungsprojekt wurde nicht grundlos „Project Aristotle“ genannt. Die Namenswahl bezieht sich auf das Zitat des Philosophen Aristoteles „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“. Was war das Ziel? Es sollte herausgefunden werden, was Teams (in diesem Fall bei Google) effektiv macht.

Als erstes war es notwendig zu definieren, was ein gutes Team ausmacht. In Abgrenzung zu Arbeitsgruppen, deren Mitglieder nur zu einem geringen Teil voneinander abhängig sind, stellt sich bei Teams eine weitaus verflochtenere Struktur heraus: Teams planen Arbeitsschritte, lösen Herausforderungen, treffen Entscheidungen und überprüfen den Fortschritt eines Projekts gemeinsam. Ihre Mitglieder sind auf ihre Teamkollegen angewiesen, um Aufgaben erledigen zu können. Die untersuchten Gruppen hatten zwischen drei und 50 Mitglieder, durchschnittlich waren es neun.

Als nächstes sollte bestimmt werden, wie es möglich sein kann, Effektivität sinnvoll zu erfassen. Bei der Betrachtung objektiver Effektivitätsmaßstäbe stellte sich heraus, dass diese allein nicht ausreichen würden. Stattdessen sollte auch die qualitative Einschätzung der Teammitglieder aus ihren verschiedenen Perspektiven (Geschäftsführer-, Gruppenleiter- , Abteilungsleiter und Gruppenmitgliedsebene) mit in die Bewertung der Teameffektivität einbezogen werden. Denn obwohl alle aufgefordert waren, die Effektivität der Gruppe zu beurteilen, unterschieden sich die Begründungen je nach Perspektive deutlich: Während die Geschäftsführer vor allem mit Ergebnissen wie tatsächlichen Verkaufszahlen beschäftigt waren, hatte für die Teammitglieder die interne Teamkultur den größten Einfluss auf die Effektivität.

Daten sammeln und Effektivität messen

Die untersuchten Teams – eine Mischung aus insgesamt 180 hervorragenden und weniger leistungsstarken Teams – wurden auf ihre Zusammensetzung und die Gruppendynamik hin analysiert.

Laut Julia Rozovsky, Teil des People-Analytics-Forscherteams, konnte dabei festgestellt werden, dass Teameffektivität weniger von den Personen im Team abhing, als vielmehr von der Art und Weise, wie sie zusammenarbeiteten. Dabei identifizierten die Forscher in den herausragenden Teams immer wieder die gleichen Themen und legten die fünf häufigsten als Effektivitätssäulen fest.

Die Effektivitätssäulen sind:

  1. Psychologische Sicherheit: Hier ging es hauptsächlich darum herauszufinden, kann ich mich sicher in meinem Team äußern ohne mein Gesicht zu verlieren.
  2. Zuverlässigkeit: Jeder in den Teams erledigt seine Arbeit zum gewünschten Zeitpunkt und übernimmt Verantwortung
  3. Struktur und Übersichtlichkeit: Die einzelnen Teammitglieder sollten sich im Klaren darüber sein, welche Erwartungen an sie gestellt werden, wie sie diese erfüllen können und auch an welchen kurz- und langfristigen Zielen das Team arbeitet.
  4. Sinn: Ganz klar kam hier heraus, dass Teams für ihre Arbeit eine Sinnhaftigkeit brauchen. Für die einen eher die finanzielle Sicherheit, für den anderen eher die Unterstützung der Familie oder die Selbstverwirklichung des Individuums.
  5. Einfluss/Effekt: Die Ergebnisse der eigenen Arbeit und dass diese einen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens beitragen, ist ebenso wichtig.

Variablen, die in dieser Studie von Google keine Auswirkungen auf die Effektivität des Teams hatten, waren beispielsweise die räumliche Nähe der Arbeitsplätze, von Konsens getragene Entscheidungen, die individuelle Leistung der einzelnen Teammitglieder, Arbeitsumfang oder die Größe des Teams.
Wer nun aber meint, diese Faktoren außer Acht lassen zu können, täuscht sich. Google betont, dass diese Variablen dennoch in anderen Unternehmen und Kontexten durchaus wichtig für die Gruppeneffektivität sein können. Google sichert sich sogar noch weiter ab und weist in seiner Zusammenfassung der Studie ferner darauf hin, dass sich die genannten Ergebnisse auf Google und seine Unternehmensstrukturen beziehen und keineswegs zur Verallgemeinerung bestimmt sind.

Das heißt ganz konkret:

Die Erkenntnisse der Project-Aristotle-Studie können auch für andere Unternehmen oder Teams von Vorteil sein.

Die aktuelle Situation im Team zu erfassen, ist der erste Schritt in Richtung mehr Teameffektivität. Darauf aufbauend können dann Maßnahmen ergriffen werden, die Arbeit im eigenen Team zu verbessern. Denn so einfach lässt sich psychologische Sicherheit beispielsweise nicht erzeugen: Es handelt sich hierbei ja nicht um eine tatsächliche Fähigkeit des Teams. Stattdessen müsse man aber an den kommunikativen Fähigkeiten der Teammitglieder arbeiten, um schließlich eine höhere psychologische Sicherheit zu erreichen.

Unterstützen Sie Ihre Teams noch besser zu werden mit – Motivation, die bleibt.

Ihr Martin Limbeck

Über Martin Limbeck

Martin Limbeck zählt zu den Spitzenverkaufstrainern und gilt als der Verkaufs-Experte im deutschsprachigen Raum. Er ist „Trainer des Jahres“ 2008 und 2011 und wurde zwei Mal mit dem Conga Award ausgezeichnet (2009 und 2010). Martin Limbeck erhielt 2012 den Preis als “International Speaker Of The Year 2012” und zudem wurde er zum „TOP SPEAKER Of The Year 2014“ ausgezeichnet. Hier geht es zur Webseite von Martin Limbeck.

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