Der schnelle Weg zum Gipfel Möchtegern 1 Kommentar

EXPERTEN-TIPP November 2015

Manchmal ist das Maß einfach voll. Verstehen Sie mich jetzt bitte nicht falsch. Ich fordere meine Seminarteilnehmer, meine Zuhörer im Vortrag und auch die Leser meiner Bücher immer wieder auf, mir Feedback zu geben. Das ist mir extrem wichtig, denn ich möchte wissen, wenn ich mich an einer Stelle noch verbessern kann. Und genauso freue ich mich riesig, wenn ich eine nette Mail von einem Verkäufer bekomme, der sich für meine Tipps bedankt – weil es ihm jetzt gelungen ist, endlich den dicken Fisch an Land zu ziehen, an dem er sich schon mehrfach die Zähne ausgebissen hatte. Doch es gibt eben nicht nur die dankbaren Menschen.

Es gibt auch die, die glauben, dass das ja alles nichts Besonderes ist, was ich da mache. So frei nach dem Motto „Der Limbeck hat ordentlich Schwein gehabt! Bisschen was aus dem Nähkästchen plaudern und dafür ein dickes Honorar einstreichen – das will ich auch!“ Mal ehrlich: Das kratzt mich eigentlich nicht mal. Was mich jedoch nervt, ist wenn diese Typen sich dann bei mir anbiedern und Tipps haben wollen, wie sie denn auch möglichst schnell zu einem möglichst erfolgreichen Vortragsredner und Trainer werden können. Weil sie auch eine total weltverändernde Message haben. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie viele von diesen Anfragen ich schon bekommen habe. Sowas wie „Martin, ich glaube, ich fühle, ich spüre, ich rieche in mich rein, ich habe… eine innere Stimme in mir, die sagt, ich möchte nebenberuflich, nebenbei, ab und zu mal, wenn es sich ergibt, professionell aber wie gesagt nur ab und zu mal, aber selbstständig möchte ich mich nicht machen, da ist mir das Risiko zu hoch und ich muss auch nicht davon leben, aber ich habe so eine wichtige Botschaft, auf die die Welt gewartet hat und die muss ich doch verkünden.“ Was soll ich darauf antworten? Anscheinend haben sie nämlich das Wichtigste nicht verstanden. Egal in welchem Job du es bis ganz an die Spitze schaffen willst – das gelingt dir nicht mal eben so, neben deinem eigentlichen Vollzeitjob.

Was Verkaufen und Sport gemeinsam haben

Jetzt mal Butter bei die Fische: Würden Sie so eine E-Mail auch an Maurizio Arrivabene, den Teamchef von Ferrari, schreiben? Weil Sie der Ansicht sind, dass Sie das mit dem nächsten WM-Sieg für die Scuderia besser hinbekommen würden als Sebastian Vettel? Oder fragen Sie Jogi Löw, ob er nicht noch so ab und an, quasi aushilfsweise, einen Platz im Kader der Nationalelf für Sie frei hätte? Sie sehen sicher schon, worauf ich hinaus will. Das ist absurd! Wenn es um Sport geht, hört bei den meisten der Spaß auf. Das ist bitterer Ernst. Da wird das Trikot des Lieblingsvereins gleich einer heiligen Reliquie bei jedem Spiel getragen, um die Jungs damit anzufeuern. Und im Nachhinein werden bei einer Niederlage tausend Ausreden gesucht, warum es denn nicht geklappt hat. Da ist es sonnenklar, dass die Jungs tagein tagaus mehrere Stunden lang trainieren, um am Wochenende in der Startelf zu stehen. Sobald es jedoch ums Verkaufen geht, ist das anscheinend was anderes. Warum eigentlich? Ich sage Ihnen was: Verkäufer und Sportler haben einiges gemeinsam. Denn wenn du nach oben kommen willst, gibt es ein paar grundlegende Sachen, um die du dich kümmern musst. Erstens: Du musst was drauf haben. Wenn du beim Kicken keinen Ball triffst, solltest du dich besser nach etwas anderem umsehen. Doch Talent allein reicht nicht. Du musst auch was draus machen! Im Fußball bekommst du keine Torchance, wenn du nicht weißt, wann du wo hinlaufen musst, wie du dich von deinem Gegenspieler absetzt. Dieses Wissen musst du dir, egal ob Talent oder nicht, hart erarbeiten. Und wenn du dann die Torchance hast – was nutzt sie dir, wenn du nicht fähig bist, den Ball zielsicher am Torwart vorbei in den Kasten zu manövrieren? Beim Verkaufen ist es genauso: Du brauchst Vorbereitung, Gesprächseröffnung, Bedarfsanalyse, Einwandbehandlung und Abschlusstechniken – und noch vieles mehr. Und du musst in der Lage sein, dich zu organisieren, damit du überhaupt Termine bekommst. Das alles hat nichts mit Glück, sondern mit Können zu tun. Außerdem brauchst du eine Ahnung davon, wie du am besten vorgehst. Du brauchst eine Strategie. Und Glück ist keine Strategie. Es mag ab und an mal helfen, doch auf Dauer solltest du nicht darauf bauen, wenn du es wirklich zu was bringen willst.

Ohne Fleiß kein Preis

Ich habe am Anfang auch gedacht, dass das mit dem Verkaufen ganz easy ist. Und genauso dachte ich, als ich mich selbstständig gemacht hatte, dass ich nur mal ein paar Kontakte anrufe und schwupps mein Seminar voll habe. Fehlanzeige. Ohne Fleiß kein Preis! Verkaufen ist kein Job, den du mal eben so machen kannst. Und Keynote-Speaker wirst du auch nicht mal eben so. Da musste ich mir meine Sporen genauso verdienen. Ich weiß noch, wie blauäugig ich damals an die Sache rangegangen bin, als ich meinen ersten Vortrag beim Club 55 halten sollte. Besser gesagt durfte, heute ist mir klar, was für eine unglaubliche Ehre mir damals als Jungspund zuteil geworden ist. Ich hatte keinen Schimmer, wie das läuft. Und genau so bin ich dann auch unvorbereitet über die Bühne gehampelt. Zwischen damals und heute liegen viele tausend Stunden harte Arbeit. Ich habe an meiner Vortragstechnik gearbeitet, an den Inhalten meiner Keynotes – und habe mir vor allem jede ehrliche Kritik zu Herzen genommen. Und es hat sich gelohnt: Heute darf ich mich CSP, Certified Speaking Professional nennen. Und gerade in der vergangenen Woche habe ich von der Europäischen Trainerallianz die Auszeichnung zum Certified Top Speaker International erhalten. Wow! Das ist für mich die schönste Bestätigung, dass sich die ganze Arbeit und Mühe mehr als gelohnt hat.

Was ich Ihnen damit auf den Weg geben möchte: Von nichts kommt nichts! Lassen Sie sich nicht verrückt machen von Möchtegerns, die Ihnen Ihren Erfolg neiden. Manche müssen es eben auf die harte Tour lernen und erst mal ordentlich auf die Nase fallen, wenn sie versuchen, es dir „mal eben so“ gleichzutun.

 

Expertentipp November 2015

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Über Martin Limbeck

Martin Limbeck zählt zu den Spitzenverkaufstrainern und gilt als der Verkaufs-Experte im deutschsprachigen Raum. Er ist „Trainer des Jahres“ 2008 und 2011 und wurde zwei Mal mit dem Conga Award ausgezeichnet (2009 und 2010). Martin Limbeck erhielt 2012 den Preis als “International Speaker Of The Year 2012” und zudem wurde er zum „TOP SPEAKER Of The Year 2014“ ausgezeichnet. Hier geht es zur Webseite von Martin Limbeck.

Ein Kommentar zu “Der schnelle Weg zum Gipfel Möchtegern

  1. AvatarHeike Müller.

    Was ich Ihnen schon immer mal sagen wollte lieber Herr Limbeck: Ihre Art, wie Sie schreiben (und natürlich auch sprechen), trifft bei mir jedesmal genau den zentralen Punkt. Sie schaffen es, so zu schreiben wie als wenn es Ihnen frei „von der Leber weg kommt“ und das gefällt mir. Sie sind fleißig und arbeiten entsprechend an Ihren ehrgeizigen Zielen und schießen vielleicht auch mal darüber hinaus, aber, so what, das gehört doch dazu. Jeder, der versucht, auf einfachem Weg, eben mal so nebenbei, Ihnen nachzueifern, wird stets nur eine billige Kopie sein. Und bleiben. Viele Grüße von Ihrem Fan Heike Müller.

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