Schattenseiten des Erfolgs: Falsche Freunde und Zecken 1 Kommentar

EXPERTEN-TIPP September 2015

Im Laufe meiner Karriere habe ich mehrfach auf die harte Tour lernen müssen, dass es beileibe nicht alle Menschen gut mit mir meinen. Manche haben mir unverhohlen ins Gesicht gesagt, dass sie mich für einen arroganten Schaumschläger halten. Hey, das ist ok! Du musst nicht mit jedem einen auf gut Freund machen. Und ganz ehrlich: Ich schätze Klartext. Wenn einer nicht mit mir klarkommt, soll er mir das einfach sagen. Ich verkrafte das.

Viel schlimmer sind die anderen. Die, die sich bei dir anbiedern, dich für dein Talent loben – um dich dann auszunutzen und zu verarschen. Oder die, die selbst nichts auf die Kette bekommen und sich dann wie Zecken an dir festbeißen, um etwas von deinem Erfolg abzuzapfen. Ich schüttle immer noch ungläubig den Kopf darüber, wozu Menschen aus Neid fähig sind. Einer wollte mich mal erpressen. Er wollte Kohle von mir haben, ansonsten würde er dafür sorgen, dass ich von seinem Unternehmen keine Aufträge mehr bekomme. Wie armselig ist das bitte? Ich habe Respekt davor, wenn jemand selbst ordentlich ranklotzt und sich so nach oben arbeitet. Erpressung, Lug und Trug – das geht gar nicht. Ich stand damals unter Volldampf und wollte jede Mark Umsatz mitnehmen, die ich kriegen konnte. Das Unternehmen war ein großer Kunde, ich wollte den Deal machen! Und dann kam dieser Idiot und stellte sich zwischen mich und meinen Erfolg. Mir war klar, dass ich nur verlieren konnte. Daher überlegte ich auch nicht lange und strich das Unternehmen von meiner Liste. Ob du erpressbar bist oder nicht, hängt nicht mit deiner Lebenssituation zusammen, sondern mit deiner Ehrlichkeit. Das ist ein Grundwert. Ein einzelner schmutziger Euro ist genau so viel wert wie eine schmutzige Million: nämlich nichts. Wenn ein Brunnen vergiftet ist, musst du dir eben den nächsten suchen.

In einer anderen Situation wurde mir signalisiert, dass ich den Auftrag nur bekomme, wenn ich den Chef mit auf mein Boot zum Angeln einlade. Und in einer dritten Szene, die mir einfällt, kapierte ich, dass ich das Geschäft nie machen würde, wenn ich nicht mit dem Kunden auf den Golfplatz gehen würde, weil der seine Geschäfte immer auf dem Golfplatz machte. Die Sache hatte einen klaren Haken: Ich finde Golf totlangweilig. Ich gehe lieber angeln und lass dabei die Seele baumeln. Und auf mein Boot mag ich niemanden mitnehmen, der nicht mein Freund ist. Verkäufer ist für mich ein ehrlicher und ehrbarer Beruf, ich will kein schmutziges Geld auf dem Konto liegen haben. Sowas macht mich krank. Ich komme aus dem Pott, mein Großvater war Steiger, wir haben für unser Geld immer hart malocht. Wir zahlen kein Schutzgeld, wir klauen nicht, wie kaufen nichts auf Raten. Ich mach das anders. Ich brauche keine Abkürzung. Wenn ich Geld verdienen will, nehme ich das Telefon in die Hand und akquiriere. Ich verlor alle drei Aufträge. Und ich bin stolz darauf.

Lasst Euch noch eins gesagt sein: Es gibt nicht nur die Zecken da draußen im Business. Selbst in deinem eigenen Unternehmen und in deinem Freundeskreis wirst du ausgenommen, wenn du nicht aufpasst wie ein Schießhund. Für falsche Freunde war ich immer viel anfälliger als für die unmoralischen Angebote, die du zwangsläufig bekommst, wenn du nach oben willst. Also passt auf und schaut genau hin, wem ihr die Hand reicht.

 

Expertentipp September 2015

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Über Martin Limbeck

Martin Limbeck zählt zu den Spitzenverkaufstrainern und gilt als der Verkaufs-Experte im deutschsprachigen Raum. Er ist „Trainer des Jahres“ 2008 und 2011 und wurde zwei Mal mit dem Conga Award ausgezeichnet (2009 und 2010). Martin Limbeck erhielt 2012 den Preis als “International Speaker Of The Year 2012” und zudem wurde er zum „TOP SPEAKER Of The Year 2014“ ausgezeichnet. Hier geht es zur Webseite von Martin Limbeck.

Ein Kommentar zu “Schattenseiten des Erfolgs: Falsche Freunde und Zecken

  1. AvatarStefan Weiß

    Das trifft den Nagel voll auf den Kopf, aber: Neid muss man sich hart verdienen, Mitleid bekommt man umsonst.

    Reply

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