Von den Ärmsten lernen 1 Kommentar

Gestern Abend habe ich einen sehr interessanten Bericht zum Thema „Entwicklungshilfe in Afrika“ gesehen. Ein Konzept zweier Amerikaner, die in Afrika eine Fahrradproduktion aufgebaut haben. Die Firma Buffalo Bike produziert für den afrikanischen Markt Fahrräder, die sich durch besondere Stabilität und Alltagstauglichkeit, speziell für die Lebensumstände und Arbeitsbedingungen in Afrika, eignen. Das Besondere daran, zwei Drittel der Räder werden für ca. $ 150,- pro Rad verkauft. Ein Drittel der Produktion wird an Schulkinder, bedürftige Familien oder Jungunternehmer verschenkt. Gerade das Thema „Bildung“ ist in Afrika wichtig und mit den Rädern können Schulkinder die weit entfernten Schulen besuchen.

Das Unternehmen trägt sich selbst, schafft Arbeitsplätze, produziert die stabilsten und besten Räder für ihre Zielkunden und unterstützt soziale Projekte und bedürftige Menschen.

Der Preis von $ 150,- scheint uns sehr gering – nur dürfen wir hier nicht mit europäischen Maßstäben messen. Das durchschnittliche Tageseinkommen liegt gerade einmal bei $ 2,- und damit muss die Familie ernährt werden. Billigimporte liegen bei einem Verkaufspreis zwischen $ 50,- und $ 70,-, nur sind diese Räder kaum für die Nutzung und Arbeitsbedingungen geeignet.

Spannend fand ich die Aussage eines einheimischen Kleinunternehmers, als er vom Reporter gefragt wurde, wieso er diesen hohen Preis für die Räder bezahlen würde. Seine Flotte umfasse 8 Räder und das sei doch eine stolze Summe. Seine Worte waren: „Ich bin zu arm, um zu experimentieren und am falschen Ende zu sparen!“ Sinngemäß: „Wer billig kauft, kauft meistens zweimal!“ Er müsse sich auf seine Arbeitsmaterialien verlassen können. Ein Ausfall koste ihn schnell einen Wochenumsatz und damit seien die Räder doch richtig günstig.

Also alles nur eine Sache der Kaufmotive, des Weitblicks und der Situation! Der Unternehmer hat es auf den Punkt gebracht und keine Lust auf „Kauf-Reue“ und Experimente.

Haben Sie für Ihre Produkte und Dienstleistung die richtigen Argumente? Kennen Sie die Unterschiede zum Markt und die genauen Vorteile Ihrer Ware oder „beten“ Sie nur Werbeprospekte runter und sind ein „laufender Prospektständer“?

Entscheidend ist, dass Sie in der Lage sind, die Vorteile und Stärken verbal zum Ausdruck zu bringen und diese in den jeweiligen Kundennutzen zu übersetzen. Folgender Denkanstoß kann Ihnen dabei helfen: „Kunden kaufen keine Bohrmaschine, sie kaufen das Loch in der Wand, das sie damit bohren können!“

Also fragen Sie Ihren Kunden genau nach Bedarf und Erwartungen, bevor Sie mit Produktmerkmalen oder Preisen kommen und Ihren Kunden erschlagen.

Tipps und Techniken dazu finden Sie in unseren Büchern, Hörbüchern oder in Ihrer Online Academy: www.limbeck-academy.com.

Freue mich auf Ihr Feedback.

Beste Grüße mit – Motivation, die bleibt.

Ihr Kai-Lorenz Muhler

Über Kai-Lorenz Muhler

Bei Kai-Lorenz Muhler profitieren Sie von seiner über 20-jährigen Berufspraxis als Verkäufer, Führungskraft und Manager in der Dienstleistungs- und Investitionsgüterindustrie. Besonders seine fundierten Praxiserfahrungen beim Auf- und Umbau von Verkaufsstrukturen und Dienstleistungsbereichen werden von seinen Kunden sehr geschätzt. Heute vermittelt er seine Erfahrung bei der Martin Limbeck Training Group. Hier geht es zum Trainerprofil von Kai-Lorenz Muhler.

Ein Kommentar zu “Von den Ärmsten lernen

  1. AvatarMichael Geerdts

    Guten Morgen Herr Muhler,

    eine schöne Story sowie ein schöner Gedankengang, um über die eigenen Argumente nachzudenken. Herzlichen Dank für den Impuls und beste Grüße,
    Michael Geerdts.

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