Schweinepreise Hinterlassen Sie einen Kommentar

Es ist schon interessant, welche Begrifflichkeiten wir täglich in unserem Sprachgebrauch verwenden und uns über die Bedeutung wenig Gedanken machen. Aktuell lese ich ein sehr interessantes Buch von Hermann Simon (Simon-Kucher&Partners) mit dem Titel „Preisheiten“. Im ersten Kapitel beschreibt Simon seine Ansicht von „Schweinepreisen“. Der elterliche Betrieb in der Vulkaneifel verdiente sein Geld unter anderem mit der Mast von Schweinen. Er beschreibt anschaulich, dass die Landwirte und Erzeuger wenig bis keinen Einfluss auf die Preise ihrer Arbeit haben. Gerade bei Schweinefleisch oder Milch werden die Verkaufspreise durch die Genossenschaften vorgegeben. Weder Erzeuger noch Nachfrager – also Kunden – haben einen Einfluss auf den Preis, die der Landwirt für seine Arbeit erhält. Angebot und Nachfrage regelten den Preis. Gab es z.B. ein Überangebot auf dem Ferkelmarkt, sanken die Preise und der Verdienst des Erzeugers.

Sein Fazit, das er aus den Jahren der Ohnmacht zog: „Diese Erfahrung hat mich gelehrt, nie Geschäfte zu betreiben, in dem man keinen Einfluss auf die Preise hat“.

Bleiben wir bei dem Beispiel Landwirtschaft und den Schweinepreisen:

Welche Alternativen haben Landwirte heute? Entweder ich akzeptiere die Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage, senke meine Kosten (gegebenenfalls zu Lasten der Qualität), steigere meine Produktion und verdiene mein Geld über Massenware (zu Lasten der Lebensbedingung der Tiere), oder gehe kriminelle Wege (Beispiel Pferdefleisch deklariert als gutes Rindfleisch). Alternativ kann der Landwirt neue Wege der Vermarktung gehen. Zum Beispiel: Mit Hofläden, Bio-Waren, Wochenmärkten, Direktvermarktung an Restaurants und Kunden, die für bessere Qualität und den persönlichen Kontakt zum Produzenten/Landwirt gerne höhere Preise akzeptieren. Kunden, deren Kaufmotive weniger niedrige Preise als Qualität sind, die soziale Aspekte, gesundes Leben und handwerklicher Arbeit honorieren.

Sie sind kein Landwirt, haben dennoch mit „Schweinepreisen“ zu kämpfen?

Was ist Ihr Weg um sich daraus zu befreien? Meine Gedanken dazu:

  • Suchen Sie sich Kunden und Märkte, die Ihre Qualität schätzen
  • Bringen Sie sich aus der Vergleichbarkeit und schaffen Sie Alleinstellungsmerkmale
  • Lernen Sie, mit diesen Kunden zu kommunizieren, und die Mehrwerte zu transportieren
  • Bleiben Sie mit Ihrem Kurs und für Ihre Kunden berechenbar
  • Werden Sie kreativ bei der Gewinnung und Aufbau Ihrer neuen Märkte und Zielgruppen/-Kunden
  • Gestalten Sie Ihre Preise, und akzeptieren nicht die Marktpreise die andere vorgeben
  • Akquise, Akquise, Akquise und noch einmal Akquise. Ihr Kunde muss die Möglichkeit erhalten, Ihre Geschäftsidee und Differenzierung einzuschätzen und bewerten zu können
  • Bleiben/werden Sie kreativ und denken in Chancen und nicht in Herausforderungen

Meine Einstellung zu „Schweinepreisen“: Es gibt nicht nur Märkte und Kunden, die billige Massenware kaufen. Es gibt mehr Chancen für Qualität und Individualität, als wir persönlich glauben wollen. Danach richtet sich auch mein persönliches Kaufverhalten: Ich muss selbst leben, was ich vom Markt erwarte.

In dem Buch „Das neue Hardselling“ oder in Ihrer Online Academy (www.limbeck-academy.com) finden Sie weitere Tipps zur Preis- und Nutzenargumentation.

Freue mich auf Ihr Feedback.

Ihr Trainer

Kai-Lorenz Muhler

Über Kai-Lorenz Muhler

Bei Kai-Lorenz Muhler profitieren Sie von seiner über 20-jährigen Berufspraxis als Verkäufer, Führungskraft und Manager in der Dienstleistungs- und Investitionsgüterindustrie. Besonders seine fundierten Praxiserfahrungen beim Auf- und Umbau von Verkaufsstrukturen und Dienstleistungsbereichen werden von seinen Kunden sehr geschätzt. Heute vermittelt er seine Erfahrung bei der Martin Limbeck Training Group. Hier geht es zum Trainerprofil von Kai-Lorenz Muhler.

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