Wofür es sich zu kämpfen lohnt 1 Kommentar

EXPERTEN-TIPP April 2015

Ohne Fleiß kein Preis, klar. Doch wahr ist auch: Du bezahlst immer einen Preis für deinen Fleiß. Wenn du an irgendwas beständig dranbleibst, dann kannst du in der Zeit nichts anderes tun. Der Tag hat nach wie vor 24 Stunden, du musst also irgendwas von der Liste deines Lebens streichen. Um damit umgehen zu können, ist es entscheidend, dass du liebst, was du tust.

Ja, ohne Fleiß gewinnst du nichts im Leben. Aber wahr ist auch: Du bezahlst immer einen Preis für deinen Fleiß. Ohne Preis kein Fleiß! So rum wird ein Schuh draus. Wenn Geld dein wesentlicher Antrieb ist, dann ist der Preis, den du bezahlst, dass du erpressbar wirst. Zuerst erkennst du: Mit Fleiß verdienst du Geld. Dann erkennst du: Mit mehr Fleiß verdienst du mehr Geld. Und dann bist du in der Falle. So wie ich eine Zeit lang. Wenn du dann einen Chef hast, der das erkennt, hält er dir einen Bonus vor die Nase und wackelt damit herum, während du dir für ihn den Arsch aufreißt. Wer hinterm Geld her ist, macht sich früher oder später zum Sklaven eines Menschen, der cleverer ist.

Eine andere Sache ist der permanente Verzicht. Ist doch klar: Wenn du an irgendwas beständig dranbleibst, dann kannst du in der Zeit nichts anderes tun. Der Tag hat weiterhin 24 Stunden, und das bedeutet, du musst irgendwas von der Liste deines Lebens streichen. Für manche ist es die Frau. Oft sind es die Kinder. Bei vielen ist es der Sport, der gestrichen wird. Manche ganz Verrückte dezimieren den Schlaf. Das alles ist nicht schlau. Ob deine Familie vor die Hunde geht oder deine Gesundheit: Der Preis ist mit Sicherheit zu hoch. Du kannst dich an deinem Erfolg gar nicht so sehr berauschen, als dass du solche Verluste im Leben wieder auffangen kannst. Und zum Thema Gesundheit: Ich hab noch nie gehört, dass ein Toter erfolgreich ist.

Ein hoher Preis, den ich zum Beispiel bezahle: Ich spiele kein Golf … ok, das war schon wieder ein Scherz. Wenn ich ehrlich bin, ist das kein großes Opfer. Zwar spielen viele meiner Kunden und Kollegen Golf und schwärmen davon – und ich gönne es ihnen allen von Herzen. Aber mich reizt das nicht, denn bei diesem Sport dauert mir alles zu lange. Mir ist die Zeit zu schade.

Demgegenüber ist jede Minute, die ich beim Angeln verbringe, Gold wert. Allerdings habe ich es jahrzehntelang nicht geschafft, mir nebenher die Zeit zu nehmen, um die Angelprüfung zu machen. Den Preis habe ich bezahlt. Ich musste 28 Jahre am See schwarz angeln. Beim Angelverein habe ich mich eingetragen. Die Vereinsfrau: Hast du den Schein? Ich: Na, klar. – War aber ne glatte Lüge. Da bin ich nicht stolz drauf. Erst jetzt, wo ich mir einen guten finanziellen Sockel geschaffen habe, lässt meine Existenzangst so langsam nach. Und darum habe ich mir mehr Zeit fürs Angeln genommen. Insbesondere auch dafür, die 60 Fragen für die Angelprüfung vorzubereiten. Früher hatte ich höllische Prüfungsangst. Da hätte ich den Schein vor lauter In-die-Hose-machen vermutlich gar nicht geschafft. Heute bin ich gefestigter. Ich habe sechs Wochen auf den Angelschein gepaukt – auch wieder fleißig. Und jetzt darf ich sogar offiziell bescheinigt fischen.

Ja, und dann kommt natürlich immer die argumentative Keule: Der Fleiß, den ich predige, würde doch am Ende nur alle Leute in den Burnout treiben. Hm, da bin ich echt zwiegespalten. Ich will das Thema Burnout wirklich nicht runterspielen. Aber in dieser Riesendiskussion ist mir vieles zu einfach. Viel zu viele Leute glauben, wenn du zu viel arbeiten würdest, bekämst du Burnout. Das stimmt aber nicht. Du brauchst Fleiß, um erfolgreich zu sein. Doch dieser Fleiß ist nicht die Auslöser von Burnout, sondern ein Zeichen dafür, dass du keinen Burnout bekommen wirst! Ich habe noch nie einen gesehen, der gleichzeitig wirklich fleißig ist und einen Burnout bekommt. Denn wenn du fleißig bist, weißt du, wofür du es tust. Das Ganze ergibt Sinn für dich. Du bist an der richtigen Stelle. Du hast keinen Job, sondern einen Beruf. Und mit fleißig meine ich freiwillig fleißig, freiwillig diszipliniert, freiwillig konzentriert. Nicht gezwungenermaßen anwesend und beschäftigt.

Du musst deinen Job lieben! Wenn du nichts im Leben hast, das dich morgens mit Begeisterung aus dem Bett treibt, dann jammer nicht darüber, dass dein Chef oder deine Kunden oder deine Mitarbeiter dich in den Burnout treiben, sondern such dir einen Job, der dich mehr interessiert. Einen Job, für den du dir die Beine ausreißen möchtest. Wenn du liebst, was du tust, bekommst du kein Burnout. Auch dann nicht, wenn du sieben Tage die Woche rund um die Uhr arbeitest.

Ich sage immer: Erfolg ist freiwillig. Und jeder hat die Wahl.

Expertentipp April 2015

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Über Martin Limbeck

Martin Limbeck zählt zu den Spitzenverkaufstrainern und gilt als der Verkaufs-Experte im deutschsprachigen Raum. Er ist „Trainer des Jahres“ 2008 und 2011 und wurde zwei Mal mit dem Conga Award ausgezeichnet (2009 und 2010). Martin Limbeck erhielt 2012 den Preis als “International Speaker Of The Year 2012” und zudem wurde er zum „TOP SPEAKER Of The Year 2014“ ausgezeichnet. Hier geht es zur Webseite von Martin Limbeck.

Ein Kommentar zu “Wofür es sich zu kämpfen lohnt

  1. Anna

    Sehr interessanter Artikel. Hoffe Sie veröffentlichen in regelmäßigen Abständen solche Artikel dann haben Sie eine Stammleserin gewonnen. Vielen dank für die Informationen.

    Gruß Anna

    Reply

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