Was ist das Ziel Ihrer Führung? Hinterlassen Sie einen Kommentar

In einem meiner Seminare saßen vor kurzem 12 Führungskräfte aus dem Vertrieb. Jeder von ihnen führt mehrere Mitarbeiter. Einer meiner ersten Fragen lautete: „Was ist das Ziel Ihrer Führung?“ – Was glauben Sie, kam als Antwort? Schweigen! Und das minutenlang! Ich wiederholte die Frage noch einmal. Dann meldete sich – fast schüchtern – der jüngste und sagte einen bemerkenswerten Satz: „Das Ziel meiner Führung ist, mich selbst überflüssig zu machen!

Ein Raunen ging durch die Reihen und er erntete ungläubige Blicke damit, mehr nicht! Ich fragte nach, was er denn genau damit meine. Seine Antwort kam diesmal schnell, aber nicht minder bemerkenswert: „Wenn alle meine Mitarbeiter erfolgreich sind und das nachhaltig, dann ist meine Arbeit getan.“

Wow, dachte ich, dieser junge Mann hat sich auf das Seminar vorbereitet. Vielleicht Fachliteratur gelesen oder gehört. Dies verneinte er vehement, er habe nichts dergleichen gemacht, sondern wäre offen, ohne Vorkenntnisse, aber auch ohne Vorbehalte in das Seminar gegangen. Meine Frage nach dem Ziel der Führung fand er jedoch so interessant, dass er darüber nachdenken musste und einige Minuten dafür benötigte. „Ziel von Führung kann doch nur sein, Mitarbeiter erfolgreich zu machen, oder?“ fügte er hinzu. Innerhalb der Seminargruppe begann eine kurze Diskussion, die den einen oder anderen zu Aussagen, wie: „Ich habe es mir verdient“, „ich bin der Dienstälteste“ oder „Ich bin halt der beste Verkäufer“ veranlasste.

Ich dachte sofort wieder an die alte Frage: „Sind Sie Führungskraft oder Vorgesetzter?“ Ein Vorgesetzter wird vorgesetzt und eine Führungskraft führt! Und was wollen Mitarbeiter? Mitarbeiter wünschen sich Führungskräfte! Und das erste Ziel einer Führungskraft sollte sein, dass sie dafür Sorge trägt, dass das, was die Mitarbeiter machen profitabel für das Unternehmen und die Mitarbeiter ist. Denn wenn die Mitarbeiter genau das dann auch nachhaltig tun, dann muss es heißen: Führung macht Mitarbeiter erfolgreich!

Und genau hier unterscheiden sich starke und schwache Führungskräfte. Das wichtigste Wort in der Führung lautet „Feedback“. Feedback ist nun einmal eines der wichtigsten Führungs- und Kommunikationsinstrumente überhaupt. „Richtiges“ und gutes Feedback führt zur Verbesserung des Potenzials für alle! Die starke Führungskraft gibt starkes Feedback, nutzt Feedback wirkungsvoll und anhaltend. Übrigens nicht nur, um den Mitarbeiter erfolgreich zu machen, sondern auch sich selbst!

Das Wort Feedback kommt aus dem Englischen und bedeutet Rückkopplung oder auch Rückmeldung. Wenn also Führungskräfte, auf dem Weg zu ihren Zielen (Mitarbeiter erfolgreich zu machen) sind, dann ist Rückkopplung sehr wichtig, um die Richtung, Wirksamkeit und die Durchführung von Maßnahmen immer wieder zu prüfen. So ist auch ständiges Lernen möglich, Motivation wird ausgelöst und das Ziel bleibt im Fokus des Handelns des Mitarbeiters.

Wirksames Feedback verbindet sich mit drei Zielsetzungen und wird wie folgt aufgebaut:

  • Beschreibung
  • Bewertung
  • Konsequenz

Beschreibung:       
Den Anderen auf etwas Konkretes aufmerksam machen, wie ich sein Verhalten erlebe und was es für mich bedeutet (sowohl im positiven, wie im negativen Sinn):
Beispiel: „Ich habe folgende Beobachtung in deinem letzten Kundengespräch gemacht …“

Bewertung:       
Den Anderen über meine Bedürfnisse und Gefühle informieren, damit er weiß, worauf er besser Rücksicht nehmen sollte. So muss er sich nicht auf Vermutungen stützen.
Beispiel: „Wäre ich hier dein Kunde gewesen, hätte es folgende Gefühle in mir ausgelöst …“

Konsequenz:               
Den Anderen darüber aufklären, welche Veränderungen in seinem Verhalten mir gegenüber die Zusammenarbeit erleichtern.
Beispiel: „Gewünscht hätte ich mir an dieser Stelle, dass du …“

Feedback ist grundsätzlich keine einfache Angelegenheit, sowohl Feedback zu geben als auch zu erhalten. Es kann manchmal schmerzen, oder peinlich sein, Abwehr auslösen oder neue Schwierigkeiten heraufbeschwören. Wer akzeptiert schon leichten Herzens, in seinem Selbstbild korrigiert zu werden. Auch muss der offene Umgang mit Gefühlen (um die geht es beim Feedback meist) oft erst erlernt werden. Eine Feedback-Situation ist daher oft prekär, so dass es günstig ist, als Feedback-„Geber“ und Feedback-„Nehmer“ Regeln einzuhalten.

  • Was ist Ihr Ziel von Führung?
  • Was wünschen Sie sich von Ihrer Führungskraft?
  • Was wünschen Sie sich von Ihren Mitarbeitern?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit „Feedback-geben“ gehabt?
  • Welche Erfahrungen mit „Feedback-nehmen“?

Ich freue mich auf Ihre Antworten!

Einen guten Start in die Woche, viel Erfolg – mit Motivation, die bleibt.

Ihr

Trainer Walter Rößling

Über Walter Rößling

Bei Walter Rößling profitieren Sie von seiner 24-jährigen Berufspraxis als Verkäufer und Manager. Besonders seine fundierten Praxiserfahrungen beim Auf- und Ausbau von Verkaufsstrukturen in europäischen Ländern werden von seinen Kunden sehr geschätzt. Heute vermittelt er seine Erfahrung bei der Limbeck Training Group. Hier geht es zum Trainerprofil von Walter Rößling.

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